In Pforzheim scheint die gängige Begrüßung von Autofahrenden gegenüber Radfahrenden das Aktivieren des Scheibenwischwassers zu sein. Ob beim Überholen, beim Entgegenkommen, es gibt so ein paar Menschen hier in der Gegend, die das jedes Mal machen. Ich erlebe das jeden Tag mehrfach.

Und ich weiß von vielen anderen Radfahrenden, dass sie das auch so erleben. Das ist also nichts, das man nur bei mir macht.

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Eine Liste der 51 Vorfälle auf einer einzigen Alltagsfahrt mit dem Fahrrad. Es sind nur Überholvorfänge im Bereich 1,4 m Abstand. Das ist in etwa die Grenze für mich, bei der ich mich außerorts unwohl fühle. Und fast alle Fahrer:innen in diesen Beispielen haben außerorts überholt.

Und das Allerallerbesteste an all diesen Beispielen: Die Anzeigen zu den meisten dieser Vorfälle würde die Bußgeldstelle der Stadt Pforzheim direkt in den Mülleimer werfen, da es maximal 30 € kosten würde (Details hier).

Nur in den Fällen, in denen auf dem Bild Gegenverkehr auf der selben Höhe zu sehen ist, würde die Bußgeldstelle meiner Information nach ein Verfahren einleiten, aber auch nur, wenn im Bild der Fahrer eindeutig erkennbar ist, und zwar qualitativ so hochwertig, dass man das Foto mit einem Passfoto abgleichen könne. Und das ist so gut wie nie der Fall und eigentlich immer nur Zufall, weil z. B. gerade die Sonne passend steht.

Fünf der Vorfälle waren in der Zuständigkeit der Bußgeldstelle Enzkreis. Doch von dort habe ich bei entsprechenden Anzeigen noch nie eine Rückmeldung bekommen.

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In der Stadt Essen kann man einen OpenBikeSensor auszuleihen und damit Daten zu Abständen beim Überholtwerden zu sammeln, während man Fahrrad fährt. Dazu wird der OpenBikeSensor am Fahrrad befestigt und misst per Ultraschall die Abstände nach rechts und links. Zusätzlich werden GPS-Daten aufgezeichnet.

Die gesammelten Daten werden anschließend anonymisiert hochgeladen. Das kann man entweder selbst machen oder den Menschen beim Verleih überlassen.

update
04.04.2022: Heute gab es die entsprechende Pressemeldung der Polizei Pforzheim, siehe hier.

Gestern gab es bei der “Pforzheimer Zeitung” eine Meldung über einen “Unfall”, bei dem ein “Auto” zwei Fußgänger “erfasst” habe.

Die Fahrerin sei “aller Wahrscheinlichkeit nach” durch ein “Handy abgelenkt gewesen”, als sich der “Unfall ereignete”.

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Man kann sich wieder “beteiligen” an der Zukunft Pforzheims, genauer gesagt am Integrierten Mobilitätsentwicklungsplan (IMEP). Bis zum 17. April 2022 kann man vorgegebene Maßnahmen priorisieren und hat dazu 15 Punkte, die man verteilen kann. Jede Maßnahme “kostet” zwischen 1 und 3 Punkten.