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Alltagserlebnisse eines Radfahrenden #5

Anmerkung: Die Uhrzeit in den Videos zeigen noch die Sommerzeit. Habe sie im Blog dank eines Kommentars aber geändert. Danke dafür.

13:36 – Los gehts.

1 – Trotz freier Gegenspur überholt mich der Autofahrende mit wenig Abstand. Direkt dahinter noch einer.

2 – Auf der abschüssigen Landstraße will ich später rechts in den Wald abfahren und zeige deshalb schon frühzeitig ca. 200m mehrmals nacheinander Handzeichen und hoffe, dass der Sprinter hinter mir endlich seinen Abstand zu mir vergrößert. Stattdessen kommt er immer näher. Ich bin unsicher, ob ich trotzdem abfahren kann und kurz davor werde ich überholt. Danke für nichts.

3 – Auf der Gegenspur staut es sich, weil ein Lkw nur langsam den Berg hochfährt. Ich denke mir, die ganzen Autofahrenden dahinter müssen jetzt bitte hupen und schimpfen, weil sie nicht mit 80 hochfahren können.

4 – Ein Auto steht mit aktiviertem Warnblinker und eingeklappten Rückspiegeln auf dem Radweg, der auch für den Bus freigegeben ist. Schließlich muss der faule Besitzer direkt vor dem Dönerladen parken, während er gemütlich isst. Dafür bekommt er demnächst Post.

5 – 200m weiter parkt ein Lieferwagen vor dem eigenen Laden so, dass die Front des Autos die Hälfte des sowieso schon schmalen, benutzungspflichtigen Radweges blockiert. Und das im Kreuzungsbereich, wo man eh schon von den Autofahrenden ganz knapp überholt wird. Ich sage im Laden Bescheid, doch man sagt mir, der Fahrer sei nicht da. Ich rufe beim Amt für öffentliche Ordnung an und erkläre die Gefährlichkeit der Situation und auch, dass der Fahrer nicht da sei. Mensch am Telefon sagt mir, er schicke „vielleicht“ jemanden vorbei. 15 Minuten später fährt der Lieferwagen weg.

6 – Zweimal knapp überholt, Zeitersparnis jeweils um die zwei Sekunden.

7 – Ich komme am benutzungspflichtigen Radweg für beide Richtungen vorbei, der voll ist mit festgetretenem Laub. Mittlerweile ist das Laub auch schon nass und im Kurven- und Hügelbereich nicht gerade der Sicherheit förderlich. Ich rufe nochmal bei der Stadt an und bitte um Räumung. Vielleicht wird es jetzt endlich erledigt. Immerhin gibt es freie Kapazitäten, um die Mülleimer zu räumen. Man muss halt Prioritäten setzen.

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Alltagserlebnisse eines Radfahrenden #4

Heute gab es unzählige, Angst einflößende Situationen und ich war fertig mit der Welt, als ich zuhause ankam, statt entspannt zu sein. Ich hätte gerne Superkräfte gehabt, um das Auto von jedem zerbersten zu lassen, der mich heute gefährdet oder teils fast umgebracht hatte. Erst beim Schreiben dieses Beitrags konnte ich mich wieder beruhigen.

Ich hoffe, dass es bald eine Kennzeichenpflicht für Kraftfahrzeuge geben wird. Dann werden sich diese Gefährder endlich an Verkehrsregeln halten, weil sie nicht mehr anonym sind. Oh, wait…

Anmerkungen

  • Die Dateinamen der Bilder sind alle auf den 5.10.2018 datiert, sie stammen jedoch von heute, den 5.11.2018.
  • Ich kann damit leben, wenn mich Autofahrende bei durchgezogener Linie überholen, solange sie niemanden dabei gefährden und genügend Abstand zu mir lassen. Ich erwarte nicht, dass sie mehrere Kilometer hinter mir fahren.
  • Die Frontkamera sitzt auf meinem Helm, d. h. die Bildmitte ist auch meine Mitte, wenn ich geradeaus gucke. Links ist der Lenker 35-40cm breit.
  • Die Uhrzeit in den Videos zeigen noch die Sommerzeit. Habe sie im Blog dank eines Kommentars aber geändert. Danke dafür.

Los gehts

1 – Obwohl die gesamte Straße frei ist, schafft es dieser Mensch nicht einmal, seine Karre für genügend Abstand über die Mittellinie zu lenken und überholt mit zu wenig Abstand.

2 – Kurz vor einer Rechts-vor-links-Kreuzung bin ich kurz abgelenkt von einem Menschen, der einen Wasserstrahler in Richtung Straße benutzt und nehme der Dame rechts von mir fast die Vorfahrt.

3 – Bevor ich auf die Landstraße auffahre, auf der man mich mit einem Auto eine zeitlang nicht überholen kann, wenn man sich die Regeln hält, warte ich noch ab, bis die sichtbaren Autos vorbeigezogen sind. Will ja schließlich niemanden bewusst quälen.

4 – An der Ampel weise ich eine Dame darauf hin, dass ihr Rücklicht defekt ist. Sie bedankt sich herzlich.

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Alltagserlebnisse eines Radfahrenden #3

1 – Ich sehe auf einer Landstraße einen großen Lkw hinter mir ankommen und weiss, dass er mich die nächsten Meter nicht überholen können wird. Da vor mir eine querender Waldweg ist, halte ich an, um den Lkw vorbei zu lassen. Der Fahrer bedankt sich, indem er kurz hupt.

2 – Autofahrender überholt auf Landstraße trotz Gegenverkehr und obwohl ich ziemlich mittig fahre.

3 – Der Lkw-Fahrer, den ich vorhin vorbei ließ, steht jetzt im nächsten Ort, macht Pause, erkennt mich und bedankt sich nochmal. Leider parkt er so auf dem Gehweg, dass keiner mehr vorbei kommt.

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Alltagserlebnisse eines Radfahrenden #2

Gestern war ein seltsamer Tag. Auf meiner ca. 25 Minuten dauernden Hinfahrt in die Stadt und einer Strecke von ca. 14km ist genau nichts passiert. Trotz Landstraße zwischendrin hat niemand knapp überholt. Jeder hat genügend Abstand gelassen.

Auch nach insgesamt 50km heute gab es nur sehr wenige, kleinere Vorkommen, aber nichts, worüber ich mich wirklich aufregen könnte, zumal ich leider einiges gewohnt bin.

Das kann nicht sein, die haben gewusst, dass ich heute über die sich falsch verhaltenden Autofahrenden schreiben wollte.

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Alltagserlebnisse eines Radfahrenden #1

Am Dienstag fuhr ich auf der Landstraße, Tempo 100 ist hier erlaubt. Gerade gab es Gegenverkehr. Im Rückspiegel sah ich ein sich schnell näherndes Auto. Ich fuhr schon vorher absichtlich relativ mittig um klar zu machen, dass es nicht gut ist, mich bei Gegenverkehr zu überholen, da man dann keinen Sicherheitsabstand einhalten kann.

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Alltagserlebnisse eines Radfahrenden #0 – Worum es geht

Fahrradfahren ist schön, es macht Spaß, ist sehr gesund und man erlebt täglich viele schöne Momente.

Doch es gibt auch viele Situationen, die einen am gesunden Menschenverstand zweifeln lassen. Und solche Situationen, in denen man als Radfahrender z. B. wegen eines Zeitvorteils von unter zehn Sekunden von Autofahrenden bedrängt oder sogar in Lebensgefahr gebracht wird. Diese Situationen zehren an der eigenen Motivation, auch weiterhin Fahrrad fahren zu wollen.

Meist sind diese Situationen schnell vergessen, manchmal sind es aber auch zu viele auf einmal, als dass man damit gelassen umgehen könnte. Wenn ich z. B. in nur 15 Minuten auf einer Strecke von wenigen Kilometern insgesamt 27 Mal knapp überholt werde, dann staut sich die Wut innerlich auf. Oder aber jemand verhält sich so gefährdend, dass ich vollgepumpt werde mit Adrenalin und schon im geistigen Auge sehen kann, wie derjenige mich voll erwischt, ich vom Rad falle und sterbe. Dann kann man nicht immer ruhig bleiben und schreit dem einen oder anderen Menschen, der mein Leben aufs Spiel setzt, auch mal etwas hinterher.

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Ankündigung der Critical Mass Oktober am Freitag in Pforzheim

Die Critical Mass findet wieder am kommenden Freitag, den 26. Oktober statt.

Wir treffen uns um 19 Uhr auf dem Waisenhausplatz vor dem Stadttheater und fahren dann gemütlich durch die Stadt – natürlich auf der Straße – denn wir sind der Verkehr.

Wir wollen, wie im September auch, wieder viel Licht dabei haben. Bringt Lichterketten mit, Taschenlampen, oder was sonst noch alles leuchtet und blinkt.

„Kesselrollen“-Film und Diskussion nach der Fahrt

Die Fahrt wird am Freitag beim Kommunalen Kino (KoKi) in Pforzheim enden. Um 21 Uhr wird Herr Haas vom ADFC Pforzheim/Enzkreis im Kinosaal ein paar Worte zum Radverkehrskonzept in Pforzheim von 2013 sagen. Dieses ist zwar vor Jahren beschlossen worden, jedoch wurde davon bisher kaum etwas umgesetzt.

Direkt im Anschluss um ca. 21:15 Uhr wird der Film „Kesselrollen“ gezeigt, der 45 Minuten dauert und die Fahrradszene in Stuttgart zeigt, die sich auch einmal im Monat an jedem ersten Freitag zu einer Critical Mass trifft.

Im Anschluss wird es die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen an Herrn Haas vom ADFC, den Regisseur des Films „Roman Högerle“ und weitere Menschen. Hier die Ankündigung auf der Webseite des Koki.

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Bericht über die September Critical Mass in Pforzheim am 28.9.2018

Am 28.9.2018 fand die September Critical Mass in Pforzheim statt und unser Motto war dieses Mal „Licht“.

Es war noch relativ warm an dem Tag und vor allem trocken – ganz im Gegensatz zur vorherigen CM im August.

Teilnehmer

Dieses Mal sind 67 Menschen bei der Critical Mass in Pforzheim mitgefahren; darunter auch Menschen vom ADFC und VCD.

Einige hatten Lichterketten um sich selbst oder um ihr Fahrrad gewickelt, fast alle hatten Licht am Fahrrad und ansich hat vieles geblinkt und geleuchtet.

Die Strecke und das Ziel

So genau kann ich mich an die Route nicht mehr erinnern, da ich nicht vorne mitgefahren bin und mich habe mitziehen lassen; und das ist sehr viel entspannter als vorne zu fahren. Zudem gab es dieses Mal keine feste Route sondern der erste Fahrer hat ganz klassisch spontan entschieden, wo wir hinfahren.

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Critical Mass „September“ in Pforzheim – dieses Mal mit viel Licht

Am kommenden Freitag, den 28. September fahren wir wieder gemeinsam auf unseren Fahrrädern durch Pforzheim. Treffpunkt ist wie gewohnt der Waisenhausplatz um 19:00 Uhr.

Ganz wichtig ist ab jetzt die Beleuchtung eurer Fahrräder, da die Sonne um ca. 19:13 Uhr untergeht und es spätestens um ca. 19:43 Uhr dunkel ist. D. h. jeder sollte eine StVZO konforme und funktionierende Beleuchtung an seinem Rad haben.

Wir wollen aber noch mehr, denn das Motto für die Critical Mass im September in Pforzheim ist „Licht“. Rüste dich mit soviel Licht wie möglich aus. Trage z. B. eine Lichterkette und/oder eine Stirnlampe, befestige eine oder mehrere Taschenlampen an dir. Wichtig ist aber, dass du damit niemanden blendest. Oder du hängst dir noch ein paar zusätzliche Reflektoren oder blinkende Dinge an deine Kleidung.

Es wäre auch schön, wenn ihr einfach zu befestigende Vorder- und Rücklichter zum Ausleihen mitbringen könntet, falls der eine oder andere doch ohne die Mindestbeleuchtung mitfahren sollte.

Bis Freitag :)

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Video: Der unwiderstehliche Zwang, einen Radfahrer trotz Gefahr vor der Kurve überholen zu müssen

Nicht einsehbare, scharfe Linkskurve 50m voraus?

Ach egal, bin ja schnell am scheiss Radfahrer vorbei, fahre schließlich nur mit einem Gelenkbus.