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Bericht über die Critical Mass in Pforzheim im Juli – mit Abstandshaltern und mit der Polizei auf der Suche nach einem Versammlungsleiter

Gestern war der letzte Freitag im Juli und wir sind wieder zusammen mti dem Fahrrad durch die Stadt gefahren, es war CriticalMass in Pforzheim.

Ca. 70 Teilnehmende wurden gezählt. Einige Menschen hatten Schwimmnudeln als Abstandshalter an ihren Fahrrädern befestigt; teilweise mit der Aufforderung auf einem Schild, 1,5 m Abstand zu halten.

Es war sehr heiß und die Sonne schien. Aber auf dem Fahrrad hat man immer eine angenehme Belüftung, auch wenn man relativ langsam fährt.

Wir hatten gestern Verstärkung aus der Twitter Fahrradbubble aus Jöhlingen (joschtl) und aus Karlsruhe (Bjarne und xaniox_).

Um ca. 19:15 fuhren wir los. Zuvor gab es noch eine kleine Information zum Ablauf. Dass es Menschen gibt, die corken (und das machen sie übrigens sehr gut). Dass wir über rot weiterfahren dürfen, wenn der erste Radfahrende noch bei grün gefahren ist und so weiter.

Anfangs fuhr ich ganz am Ende der CriticalMass und arbeitete mich dann langsam immer weiter vor, bis ich irgendwann ganz vorne mit einem anderen Menschen war.

Als wir die Leopoldstraße hoch fuhren, hielt eine Polizeistreife links vor uns, zwei Beamte stiegen aus, einer machte einen Schritt in unsere Richtung, sprach uns beide an und fragte, wer der Veranstaltungsleiter sei. Wir antworteten beide, dass es keinen gebe, da dies eine ganz normale Radfahrt laut StVO sei. Wir hielten dabei nicht an, sondern fuhren weiter, denn zum Anhalten hatte der Beamte nicht aufgefordert.

Der Beamte ging zum Polizeifahrzeug zurück und die ganze CriticalMass fuhr daran vorbei nach links auf den Leopoldplatz.

Nachdem wir einige Kilometer später an unserem Ziel beim Waisenhausplatz ankamen, gesellten sich kurz danach zwei Streifenwagen mit (bin nicht ganz sicher) fünf oder sechs Beamten dazu und kamen direkt auf mich zu; vermutlich weil ich der einzige war, der eine orangene Wahnweste trug.

Sie fragten mich, wer der Versammlungsleiter sei und ich antwortete wieder, dass es keinen gebe. Dann hat der Beamte den Standpunkt der Polizei an die umstehenden Menschen erläutert. Man habe die Situation als spontane Versammlung eingestuft. Auch hätten wir teilweise Kreuzungen abgesperrt, was wir gar nicht dürften. Und wenn etwas passieren würde, dann wäre das rechtlich schwierig.

Beim Ordnungsamt Pforzheim weiß man übrigens, dass wir uns jeden Monat treffen und bisher wurde kommuniziert, dass man eine Versammlung erst dann anmelden müsse, wenn wir deutlich über 100 Teilnehmende wären.

Als wir 2018 mit der Critical Mass in Pforzheim starteten, wurde uns die ersten Male Unterstützung von der Polizei geschickt. Nach dem dritten oder vierten Mal wurde diese jedoch ausgesetzt, unter anderem mit dem Hinweis, dass die Situation rechtlich unklar sei, wenn es zu einem Zwischenfall käme.

Nach ein paar Minuten sind die Beamten dann zum nächsten Einsatz gefahren.

Die Teilnehmenden machten dann, wie sonst auch, soziale Interaktion.

Und noch ein paar Bilder. Ich mache aus Prinzip die Gesichter unkenntlich.

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