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Natenom fährt jetzt mit dem Abstandsmesser „RadmesserS“ von Zweirat Stuttgart

Vor einigen Wochen wurde ich angeschrieben von jemandem vom Projekt „Zweirat Stuttgart„. Man würde an einem eigenen Abstandsmesser arbeiten und diesen bald auch zusammenbauen. Ich wurde gefragt, ob ich Interesse daran hätte, diesen Abstandsmesser zu testen. Ich sagte natürlich sofort zu. Anfang Juli gab einen Termin, bei dem interessierte Menschen das Gerät unter Anleitung selbst zusammenbauen konnten. Leider habe ich es an diesem Tag nicht geschafft, nach Stuttgart zu fahren. Deshalb wurde ein Paket an mich geschickt, das am Freitag vor einer Woche ankam.

Offene Spezifikation und freier Programmcode

Die Bestandteile des Abstandsmessers, der verwendete Programmcode und auch die Daten zum 3D-Drucken des Gehäuses sind alle frei zugänglich im Repo des Projekts auf GitHub, siehe hier.

Wegen fehlender Kenntnisse hätte ich das aber nicht selbst bauen können; umso mehr habe ich mich über das Paket gefreut.

Funktionsweise

Der RadmesserS selbst hat keine Funktion zum Speichern von Daten. Man verbindet ein Smartphone per Bluetooth mit dem Abstandsmesser. Dieser gibt sich als Pulssensor aus und liefert sekündlich den über die letzte Sekunde kleinsten gemessenen Abstand an das Smartphone. D. h. zusätzlich zum RadmesserS benötigt man ein Smartphone und eine App, die die Daten aufzeichnet. Den Link zur App und wie man diese einrichtet, findet sich im Wiki. Zusätzlich benötigt man noch eine weitere App, um den sogenannten Offset in den Abstandsmesser zu programmieren. Das ist die Breite des Fahrradlenkers von der Position des Abstandsmessers bis zur linken Außenkante des Lenkers; dieser Wert wird dann automatisch vom Messergebnis abgezogen.

Einrichten und dokumentieren

Habe noch am selben Abend damit begonnen, alles einzurichten und zu testen. Was man alles benötigt, habe ich in meinem Wiki hinterlegt, siehe hier. Dort werden auch zukünftig Informationen von mir zum RadmesserS landen. Die relevanten Teile der Dokumentation werde ich dann später ins Repo des RadmesserS-Projekts auf GitHub einfügen. Zum „Werkeln“ benutze ich aber lieber mein DokuWiki.

Anfängliche Schwierigkeiten

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mit meinem Smartphone und es hat ein paar Tage gedauert, ehe ich bemerkte, dass mein Samsung S7 im Power-Save-Modus das GPS deaktiviert, sobald das Display länger als 5 Minuten deaktiviert ist, obwohl die aufzeichnende App in der Liste der Apps eingetragen war, die von diesem Modus ignoriert werden soll.

Dann kam noch dazu, dass die App, mit der ich aufzeichnete, irgendwann abstürzte, als ich richtig gute Daten gesammelt hatte und diese dann verloren gingen.

Bei der nächsten Fahrt sollte alles funktionieren und ich sollte verwertbare Daten und Videos dazu haben.

Befestigung am Fahrrad

Zuerst war der Sensor unterhalb des Oberrohrs befestigt. Die gemessenen Werte waren manchmal etwas merkwürdig. Deshalb montierte ich den Sensor später etwas weiter unten und danach waren die Werte (bisher jedenfalls) sinnvoller.

Daten sammeln

Zum Sammeln von Daten werde ich in den nächsten Tagen/Wochen immer mal wieder mit und ohne Abstandshalter unterwegs sein. Vor letzterem graut es mir schon.

Daten visualisieren

Zum Visualisieren kann man die aufgezeichneten GPS-Daten z. B. in einem Videobearbeitungsprogramm hinterlegen und dort in einem Video einblenden lassen. Dieses Programm gibt es jedoch nur für Windows und Mac. Deshalb werde ich mich anfangs damit begnügen, den gemessenen Wert manuell in meine zukünftigen Videos einzublenden.

Beispiele

Hier zwei paar Beispiele von gestern mit sehr angenehmen Überholabständen und dazu den gemessenen Werten.

Warum eigentlich?

Ich mache das aus mehreren Gründen:
  • Ich möchte „echte“, gemessene Daten haben, statt theoretisch errechnete.
  • Ich möchte feststellen, ob es nur einen gefühlten oder echten Unterschied gibt beim Überholtwerden mit und ohne Abstandshalter und wenn, dann in welcher Größenordnung.
  • Ich möchte Dokumentation für das Projekt erstellen, damit möglichst viele Menschen so einen Abstandsmesser nutzen können.
  • Und dann kann man diese Daten in Gesprächen mit Stadt, Polizei usw. nutzen.
  • Und dann auch noch, weil man mir die Möglichkeit gegeben hat und ich es kann :)

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