Alltagserlebnisse eines Radfahrenden #20

Los ging es heute um 11:40 Uhr.

1 – Fahrer überholt bei Tempo 40 km/h mit wenig Abstand bei freier Gegenspur.

2 – Rechts und links neben der Fahrbahn läuft je ein Mensch in orangener Kleidung und sammelt Müll auf. Da man hier mit dem Fahrrad den Berg runter auf diesem Stück um die 50 km/h drauf haben kann, fahre ich bei freier Gegenspur fast mittig auf der Straße, um dem Arbeiter auf meiner Seite den notwendigen Respekt zu zollen und Abstand zu halten. Ich grüße freundlich und er scheint sich zu freuen :)

3 – Ein Mensch mit SUV muss unbedingt noch bei Gegenverkehr knapp überholen, um zwei Sekunden früher an der roten Ampel zu stehen.

4 – Der Drücker für die Bettelampel funktioniert wieder; habe den Defekt vor ein paar Tagen der Stadt gemeldet. Danke fürs Reparieren :)

5 – Ich mache gerade Pause. Eine Frau parkt ihr großes Auto im Kreuzungsbereich. Ich spreche sie an und sage, dass sie toll geparkt hat, sie sagt, es sei ihr völlig egal und geht weg.

6 – Gerade kam die konkretisierte Unwetterwarnung für meinen Bereich. Davor gab es nur eine Vorabinfo. Es grummelt weit weg und ich will schnell nach Hause fahren, um nicht bei Gewitter unterwegs zu sein. Ich habe Glück, es regnet nur ein bisschen, das Gewitter aber zieht hinter mir vorbei.

7 – Wieder auf der Landstraße unterwegs. Ein Golf-Fahrer überholt trotz Gegenverkehr mit wenig Abstand. Hat ihm bestimmt drei Sekunden eingebracht.

8 – Es sorgt immer wieder für herrliche Adrenalinspitzen, wenn dich ein Lkw mit Anhänger, hohem Tempo und wenig Abstand überholt.

9 – Ein Autofahrender hat mich zwar mit genügend Abstand überholt, dabei aber einen entgegenkommenden Motorradfahrer so genötigt, dass dieser vermutlich bremsen musste, bis knapp an die Begrenzungslinie ausgewichen ist und gehupt hat.

10 – Ein Autofahrender hupt, obwohl er nicht einmal bremsen musste weil die Gegenspur frei ist. Okay, er musste lenken, das ist sehr anstrengend.

11 – Liebe Verantwortliche bei der Deutschen Bahn und der Stadt Pforzheim. Diesem Busfahrer oder dieser Busfahrerin ist mein Leben völlig egal. Es geht hier bergauf. Zwei Meter Abstand sind hier das absolute Minimum. Schon bei über einem Meter würde ich das hier gar nicht erst erwähnen.

12 – Ein Rennradfahrer überholt mich. Es ist immer wieder krass, wieviel schneller diese Leute sind im Vergleich zu mir. Irgendwann will ich mal testen, wie schnell ich mit einem Rennrad hier hochfahren kann.

13 – Einer hupt beim Überholen. So hört sich Frust an. Auch er musste nur lenken.

14 – Das erste Stück Landstraße ist geschafft. Heute wurde ich von weit über 100 Fahrzeugen überholt und dank Abstandshalter von den meisten mit viel Abstand. Es wirkt.

15 – Autofahrer traut sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen, mich zu überholen. Ich mache mit einer Geste klar, dass das gerade kein Problem ist und werde anschließend überholt.

16 – Ich mache wieder Pause. Da fahren zwei junge Menschen an mir vorbei und werden sehr schnell, schauen sich noch einmal nach mir um. Challenge accepted. Ich fahre auch los, die beiden haben ca. 100 Meter Vorsprung, vielleicht etwas mehr. Es geht leicht den Berg runter. Normalerweise fahre ich hier 30, heute maximal 43, trete voll rein. Nach ein paar hundert Metern hole ich den ersten ein, dann den zweiten. Beide werde nach dem Überholen viel langsamer und ich fahre beiden davon. Die Bedingungen waren aber auch nicht ganz fair, beide hatten Mountainbikes mit grob stolligen Mänteln und die Fahrräder waren beiden etwas zu klein.

Gegen Ende der Tour wird es sehr windig, laut Wetterwarnung mit Böen bis 80 km/h. Das sind schon ordentliche Schübe, die man da abbekommt. Bin trotzdem gut nach Hause gekommen nach 44 Kilometern heute.

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