Fahrrad fahren im Winter – zweiter Teil – Warme Schuhe für Klickpedale

Ich will auch im Winter den ganzen Tag mit dem Fahrrad unterwegs sein können. Das Problem in den letzten Wintern war jedoch, dass sowohl Handschuhe als auch Schuhe nach circa 1 bis 1,5 Stunden nicht mehr warm genug waren.

Meine Lösung für kalte Hände habe ich bereits im ersten Teil beschrieben. Jetzt geht es um warme Schuhe.

Mein Anspruch – Klickpedale

Wenn man mit normalen Pedalen fährt, dann reichen normale Winterschuhe aus. Ich habe jedoch den Anspruch, mit Klickpedalen zu fahren. Für die benötigt man passende Schuhe, in denen im Inneren eine Platte verbaut ist, in die man von außen die Cleats anschraubt, die man dann in die Pedale einklickt. Und diese Metallteile ziehen die gesamte Wärme aus den Schuhen.

Bisherige Notlösungen

In den letzten Wintern hab ich immer Sommerschuhe genutzt, die aber immer eine Nummer größer waren, und verwendete zwei Paare Socken, eine Plastiktüte je Schuh und darüber noch Überschuhe. Aber bei um die 0 °C ging das nicht lange gut, maximal 1,5 Stunden konnte ich damit fahren, wobei es gegen Ende schon sehr unangenehm wurde. Es hilft zwar etwas, wenn man den an der Unterseite offenen Schuh mit Silikon abdichtet, aber es ist nicht genug. Ich habe schon versucht, die Sohle der Schuhe mit Aluminium auszulegen, doch dieses verrutscht mit der Zeit und reibt sich auch ab.

Der lange Weg zum Ziel

Ich wollte für den aktuellen Winter eine richtige Lösung haben, kein Gefrickel mit mehreren Sockenpaaren, Tüten, usw.

Also begann ich damit, zu recherchieren, welche Winterschuhe es für Klickpedale gibt. Man findet zu diesem Thema sehr viele Tests in verschiedenen Medien. Nicht nachvollziehbar für mich waren mehrere Tests, die im Ergebnis verschiedene Schuhe im einstelligen Plusbereich angesiedelt hatten; wohlgemerkt als Winterschuhe. Ich weiß ja nicht, was solche Tester mit ihrem Fahrrad im Winter so machen, aber ich will auch bei Minusgraden unterwegs sein, am besten den ganzen Tag lang. Die meisten getesteten Schuhe, über die ich etwas gelesen habe, taugten von Anfang an nicht für meine Ansprüche.

Ein weiterer Punkt, der mir nicht gefiel, war die Tatsache, dass viele der Schuhe gar nicht wasserdicht, sondern nur wasserabweisend waren.

Nachdem ich alle gefundenen Informationen verarbeitet hatte, entschied ich mich für ein hochpreisiges Modell einer bekannten Firma. Leider gab es dieses nur bei einem mir unbekannten, kleinen Versandhandel mit nur wenigen Bewertungen, der meine benötigte Größe liefern konnte. Zudem las ich desöfteren, dass die Größe des Herstellers sehr klein ausfallen würde. Ich würde also das Risiko eingehen, die bestellte Ware zurückschicken zu müssen; und bei manchen kleinen Anbietern kann das schon mal unangenehm werden.

Deshalb lies ich mich lieber in verschiedenen Radgeschäften beraten und wollte das kaufen, was es dort gab und was ich anprobieren konnte. Etwas offline anzuprobieren, mich beraten zu lassen und es dann online zu bestellen, kommt für mich übrigens nicht in Frage. Das ist asozial. Wenn ich mich beraten lasse und anprobiere, dann kaufe ich auch in diesem Geschäft, auch wenn es teurer ist. Online bestelle ich dann, wenn ich keine Beratung benötige und genau weiß, was ich brauche.

Im November klapperte ich dann alle Fahrradgeschäfte in der Gegend ab. In einigen davon gab es gar keine Winterschuhe.

In einem der Fahrradgeschäfte probierte ich mehrere verschiedene Winterschuhe an, aber die sahen alle nicht sehr warm aus. Dort gab es übrigens auch den Schuh, den ich mir zuvor bestellen wollte. Leider nicht in meiner Größe.

Später unterhielt ich mich mit dem Chef des Geschäfts, erzählte von meinen Ansprüchen und er empfahl mir schließlich einen Winterschuh, den auch einer seiner Kollegen benutzen würde und dem man zwar im Katalog, jedoch meist nicht im Fahrradgeschäft findet.

Wölvhammer

Der Schuh wird verkauft von 45NRTH und das Modell heißt „Wölvhammer“.

Nach einigem Hin und Her und etwas Wartezeit waren die Schuhe dann vorrätig und ich konnte die passende Größe finden.

Extrem hoher Preis

Der Preis der Schuhe ist für mich gewaltig, 339 € UVP. Der Preisbereich der anderen Winterschuhe, die ich gefunden hatte, fing an bei um die 200 € und es gab nicht wenige Modelle die bis 300 € kosteten und auch noch mehr. Man kann sogar 600 € für Winterschuhe ausgeben.

Doch ich möchte auch bei Temperaturen um -5 °C noch stundenlang Fahrrad fahren, vielleicht auch den ganzen Tag lang. Und ich fahre bei jedem Wetter. Das heißt für mich rechnet sich der Preis durchaus. Jeder Tag, den ich draußen sein kann, ist wertvoll für mich, denn es gibt auch Zeiten, in denen ich nicht draußen sein kann. Ob es schneit oder die Straßen vereist sind, ich möchte trotzdem lange draußen sein können.

Nach vielen Überlegungen kaufte ich schließlich die Schuhe und bekam sogar noch einen Rabatt.

Die ersten Ausfahrten

Das erste Mal benutzte ich die Schuhe bei ca. +2 °C und war mehrere Stunden mit dem Fahrrad unterwegs. Am Tag zuvor nutzte ich extra bei gleicher Temperatur meine alte Kombination aus Sommerschuhen mit zwei Paar Socken, einer Tüte und Überschuhen; um einen Vergleich zu haben. Und dieser war extrem. Während ich mit der alten Kombination relativ schnell zu frieren begann, konnte ich mit den neuen Schuhen mehrere Stunden lang fahren und selbst am Ziel angekommen war es immer noch nicht kalt. Eher zu warm und deshalb waren die Schuhe innen etwas nass.

Am kältesten war es bisher mit -6,0 °C und die Schuhe waren immer noch mollig warm, eigentlich immer noch etwas zu warm. Es gibt also noch „Luft“ nach unten. Es war übrigens eine ganz neue Erfahrung für mich, dass man auch bei diesen Temperaturen noch stundenlang Fahrrad fahren kann, ohne zu frieren.

Es war ein paar Tage lang auch schon kälter bei uns, teilweise bis -9 °C, doch leider habe ich es an diesen Tagen nicht nach Draußen geschafft.

Der Hersteller gibt einen Temperaturbereich von -4 bis -18 °C an.

Eigenschaften

Die Schuhe haben ein BOA Verschlusssystem. Das heißt man dreht an einem Knopf und schnürt damit die Schuhe gleichmäßig zu. Zum Öffnen zieht man den Knopf weg vom Schuh. Zusätzlich gibt es einen Klettverschluss am oberen Ende des Schuhs. Das Vorgängermodell hatte statt des BOA Verschlusssystems nur eine Schnur.

Die Schuhe haben eine Membram, die wasserdicht und winddicht sein soll, das bedeutet man benötigt keine Überschuhe, wie das bei anderen sogenannten Winterschuhen der Fall ist. Die Schuhe sind ziemlich schwer und groß.

Lösung gefunden

Ich kann diese Schuhe jedem empfehlen, der auch bei Minusgraden mehrere Stunden lang mit dem Fahrrad unterwegs sein möchte. Wer dagegen „nur“ ein paar Kilometer zum Ziel hat, der braucht solche Schuhe nicht, für den reichen auch „Sommerschuhe“ mit Überschuhen.

Hier geht es zur Webseite mit weiteren Informationen zu den Schuhen.

Ich sehe diesen Beitrag übrigens nicht als Werbung oder so etwas. Ich benutze diese Schuhe und habe bisher nichts daran auszusetzen; sie halten bisher das, was ich mir davon versprochen hatte und daher verlinke ich sie hier.

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