Alltagserlebnisse eines Radfahrenden #18

Heute war es verkehrstechnisch wieder extrem stressig.

Los geht es um 14:02 bei perfektem Fahrradwetter mit 9 °C und Sonnenschein.

14:14 – Ein Lkw steht halb auf dem Gehweg und lädt aus. Man kommt nicht mehr durch, weil die Ladeklappe den Rest des Weges versperrt. Fußgänger müssen auf die Straße ausweichen.

14:25 – In der Stadt fährt ein Bus schon ein paar Meter hinter mir her. Deshalb fahre ich in eine Bushaltestelle ein, um ihn vorzulassen, nachdem ich mich versichert hatte, dass er nicht halten würde.

14:29 – Eine Dame musste ein paar Meter hinter mir fahren; als sie endlich nach qualvollen 23 Sekunden auf die andere Spur kommt, um an mir vorbeizufahren, grüßt sie mich herzlich mit einem Hupen. Habe auch gegrüßt.

14:37 – Circa zehn Meter nach der Kreuzung steht ein Auto auf dem benutzungspflichtigen Radstreifen. Der Fahrer wartet fünf Meter weiter auf seine Bestellung im Dönerladen. Ich spreche ihn darauf an, dass das hier gefährlich ist und er generell nicht hier parken darf. Das sei ihm klar, aber er wäre ja nur kurz im Laden gewesen.

14:49 – Autofahrender überholt in der Stadt unnötig knapp trotz freier Gegenfahrbahn.

14:56 – Die Straße ist zweispurig, ich fahre links und von rechts kommen nacheinander zwei Autofahrende und wechseln ziemlich knapp an mir vorbei die Spur. Den letzten davon, der jetzt vor mir an der roten Ampel steht, spreche ich an; es sah nicht aus, als ob er das verstanden hätte. Bei der nächsten Grünphase hat er es trotzdem nicht über die Kreuzung geschafft und stand erneut vor mir.

14:59 – Ich stehe an der Ampel. Hinter mir eine Dame, die nicht darauf klar kommt, dass ich vor ihr stehe. Erst hupt sie, dann brabbelt sie irgend etwas; ich verstehe sie nicht, schlage ihr aber vor, mit ihrem Auto auf dem Gehweg zu fahren. Beim knappen Überholen nach der Ampel zeigt sie mir eine Bekloppt-Geste.

15:10 – Pause.

15:40 – Kurz vor dem Zebrastreifen halte ich an, um die beiden Fußgänger mit Hund rüber zu lassen. Als der erste der beiden den Fuß auf den Streifen setzt, fährt ein SUV durch, ohne anzuhalten. Die beiden bedanken sich bei mir.

16:06 – Ein Autofahrender fährt von der linken Spur auf meine Spur rüber, knapp vor mir und mit nur wenig Abstand. Er gewinnt dadurch zehn Meter, die er sonst auf der anderen Spur weiterfahren müsste.

Wenige Meter weiter mündet die linke Spur in einen Kreisverkehr, die rechte Spur führt rechts vorbei und weiter geradeaus, wo auch ich fahre. Der Dame hinter mir passt das nicht, sie hupt einmal, obwohl es hier nichts zum Ausweichen oder Überholen gibt. Plötzlich fällt mir das Pedalieren sehr schwer und ich werde ganz langsam. Nach qualvollen 15 Sekunden und sich endlos anfühlenden 40 Metern kann sie endlich überholen und gestikuliert mich auf den Radweg. Da ist tatsächlich ein benutzungspflichtiger, gemeinsamer Geh- und Radweg, den kann man aber nur befahren, wenn man aus einer ganz anderen Richtung kommt als ich gerade.

Jetzt kommt wieder die furchtbare Landstraße den Berg hoch. Direkt am Anfang bildet sich eine Schlange von Autos hinter mir, weil die Person direkt hinter mir sich die ersten 100 Meter nicht zu überholen traut. Dann endlich schafft sie es, jedoch bleibt sie dabei fast auf meiner Spur. Danke für nichts. Gleich dahinter überholen drei weitere Autofahrende knapp.

Wie immer lasse ich weitere Details dieses Abschnitts aus.

17:19 – Innerorts überholen drei Autofahrende hintereinander trotz freier Gegenspur mit nur wenig Abstand.

17:27 – Mehrere Autofahrende überholen auf der Landstraße ziemlich schnell und bei wenig Abstand. Ein paar Sekunden später kommt mir ein anderer Autofahrender hupend entgegen. Ich grüße auch.

17:30 – Auf der Landstraße hupt ein Autofahrender während des knappen Überholens.

17:39 – Zwei Autofahrende hintereinander überholen knapp trotz freier Gegenfahrbahn.

17:41 – Ein Autofahrender musste wegen Gegenverkehr bremsen und musst dann sein Ego mit der Hupe aufbessern. Als er 200 Meter weiter wegen eines Unfalls sogar anhalten musste, um dann vorbeizufahren, hupte er seltsamerweise nicht.

18:35 – Ein Kleintransporter überholt innerorts trotz Gegenverkehr und macht mir richtig Angst. Leider war die Kamera nicht an, aber zumindest kann ich diverse Kennzeichen hier regional schon den einzelnen Häusern zuordnen. Der Fahrer war heute nicht Zuhause, morgen vielleicht.

18:59 – Ein Autofahrender setzt zum Überholen an, während ich gerade an parkenden Autos vorbeifahre. Weil dafür kein Platz ist, mache ich ihm das mit der flachen Hand klar und er lässt es sein. Dafür grüßt er danach mit seiner Hupe. Ich grüße auch.

19:20 – Zuhause. 45 Kilometer bin ich heute mit dem Fahrrad gefahren. Es war trotz des ganzen Blödsinns schön :)

Ähnliche Themen …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.