Alltagserlebnisse eines Radfahrenden #14

Los geht es um 11:59 Uhr bei ca. -0,2°C und Sonnenschein. Perfektes Fahrradwetter.

1 – Der erste Autofahrende hält wenig Abstand auf der Landstraße trotz freier Gegenspur.

2 – Ein Kleinlastwagen überholt mit wenig Abstand (ca. 40cm).

3 – Bei Tempo 45 den Berg runter höre ich plötzlich ein lautes Knallen. Habe langsam gebremst und bin zurück gefahren. Am Straßenrand lag wieder ein Katzenauge. Ich werde diese in Zukunft nicht mehr verwenden.

4 – An der Auffahrt zur Landstraße lasse ich eine Dame in ihrem Auto vor, weil sie danach nicht überholen kann. Sie bedankt sich nicht.

5 – An einer Haltebucht lasse ich wieder eine Dame vor, auch sie bedankt sich nicht.

6 – Freie Gegenspur, doch auf Abstand halten hat der Autofahrende keine Lust.

7 – 30er-Zone, es geht bergauf und ich lasse einen Autofahrenden vor, er bedankt sich :)

8 – Immer noch 30er-Zone; wieder lasse ich jemanden vor, kein Dankeschön.

9 – Pause.

10 – Ich lasse wieder eine Dame in ihrem Auto vorbei, sie bedankt sich.

11 – Eine Spur geradeaus und eine nach links. Ich biege nach links auf die Spur ab; unnötig knapp und mit hoher Geschwindigkeit schert ein Autofahrender mit anscheinend geringem Selbstwertgefühl vor mir ein. Der hats mir aber gezeigt; sein Selbstwertgefühl.

12, 13 – Freie Gegenspur, wenig Abstand.

14 – Autofahrender überholt mit weniger als einem halben Meter Abstand, relativ langsam und mit aktivierter Scheibenwischanlage. Auch wieder so einer mit geringem Selbstwertgefühl; dafür aber mit gut sichtbarem Kennzeichen.

Wenige Sekunden später überholt noch einer mit sehr wenig Abstand.

15 – Mit Dauerhupe überholt ein weiterer Autofahrender bei durchgezogener Linie kurz vor einer nicht einsehbaren Linkskurve.

In den nächsten Minuten werde ich acht Mal knapp überholt, immer trotz freier Gegenspur. Negativbeispiel ist dieser Autofahrende.

Laut Abstandsrechner sind das ca. 27cm Abstand.

In den nächsten Minuten werde ich 15 Mal mit wenig Abstand überholt, bis ich im nächsten Dorf ankomme.

16 – Bei Gegenverkehr überholt ein Autofahrender mit wenig Abstand und fährt zuvor sehr nah an mein Hinterrad auf.

17 – Ein Autofahrender hupt einmal KURZ, bevor er mich überholt. Das ist laut StVO so erlaubt, aber an dieser Stelle ziemlich unnötig, da er die ganze Gegenspur hätte nutzen können, um mich zu überholen.

18 – Ein Bus überholt mich, mit viel Abstand. Daumen hoch.

19 – In einer nicht einsehbaren Rechtskurve, 50 darf man hier fahren, überholt mich ein Autofahrender knapp, um dann ca. 5 Meter vor mir links abzubiegen. Ich lese sein Kennzeichen laut vor und er zeigt mir den Mittelfinger. Seine Zeitersparnis: 3 Sekunden.

20 – Autofahrender überholt mit wenig Abstand bei freier Gegenspur.

21 – Wieder so ein Autofahrender mit geringem Selbstwertgefühl, der mir zeigen will, wie krass er ist. Gibt Vollgas und überholt mich sehr knapp mit ca. 30 cm Abstand bei freier Gegenspur. Der sollte sich mal einen ordentlichen Motor kaufen der Mensch, sein Auto klingt wie ein sterbender Schwan. Mein kleiner Lautsprecher auf dem Lenker hat mehr Bass. Man erkennt übrigens den Fahrer sehr gut auf der Rückkamera.

22 – Es folgt das asozialste Erlebnis heute. Ein Autofahrender hinter mir hupt dauerhaft und überholt mich immer noch hupend. Er hätte die ganze Straße zum Überholen nutzen können. Dann bremst er wenige Meter vor mir bis zum Stillstand ab und bleibt noch mit der linken Seite auf der Mittellinie stehen. Dann schreit er mir zu: „Du blödes Arschloch, <unversändlich> …“. Ich halte an der Beifahrertüre, sage „wie bitte?“ und die Beifahrerin sagt „Da ist ein Radweg da vorne.“ Ich entgegne: „Haben Sie sich den mal angesehen? Der ist voll vereist.“ Darauf sie: „Das ist doch egal.“ Dann der Fahrer wieder „Du bisch der Doofkopf, wo ganz Zeit der Verkehr uffhalt, fahr einfach rüber uff der Radweg wod hinghörsch. Und dei Kamera kannsch grad bhalte.“

Hier die Sitaution, als das Auto bereits zum Stillstand gekommen war.

Man kann das Kennzeichen sehr gut erkennen und auch den Fahrer, der mich zweimal beleidigt hat. In diesem Fall würde ich glatt nochmal versuchen, eine Anzeige zu erstatten.

16:35 – Zuhause angekommen. Es war schönes Wetter und eine schöne Ausfahrt. Ca. 40 km bin ich heute mit dem Fahrrad gefahren.

Ähnliche Themen …

3 Gedanken zu „Alltagserlebnisse eines Radfahrenden #14“

    1. Das hatte ich auch immer wieder überlegt; nicht mehr Rad zu fahren. Aber das ist viel zu schön und macht viel mehr Spaß als alles Negative, das man so erlebt.

  1. Hmmmm. Irgendwie scheinen die Autofahrer in deiner Gegend wirklich ziemlich durchgeknallt zu sein. Führt die CIA da vielleicht Aggressions-Experimente durch…!? Ich fahr ja ziemlich viel – aber in dieser Masse kommt das in der beschaulichen Pfalz nicht mal annähernd vor…!

    Zum Anhalter – dafür, dass es ihn so arg pressiert, hat er aber trotzdem noch Zeit, um ein Schwätzchen zu halten? ;) Daran siehste, dass es solchen Leuten ums Prinzip geht; um ihr vermeintlich exklusives Recht auf die Fahrbahn.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.