Alltagserlebnisse eines Radfahrenden #3

12:24 – Ich sehe auf einer Landstraße einen großen Lkw hinter mir ankommen und weiss, dass er mich die nächsten Meter nicht überholen können wird. Da vor mir eine querender Waldweg ist, halte ich an, um den Lkw vorbei zu lassen. Der Fahrer bedankt sich, indem er kurz hupt.

12:25 – Autofahrender überholt auf Landstraße trotz Gegenverkehr und obwohl ich ziemlich mittig fahre.

12:38 – Der Lkw-Fahrer, den ich vorhin vorbei ließ, steht jetzt im nächsten Ort, macht Pause, erkennt mich und bedankt sich nochmal. Leider parkt er so auf dem Gehweg, dass keiner mehr vorbei kommt.

12:40 – Trotz freier Gegenfahrbahn überholt mich eine Person unnötig knapp. Ich fahre dort zwischen 40km/h und 50km/h, deshalb fahre ich fast mittig der Spur, um rechts genügend Sicherheitsabstand einzuhalten.

12:45 – Ich stehe an der ersten Ampel in der Stadt und erlaube es mir, mich rechts am hohen Bordsteinrand abzustützen. Schon fährt links von mir die ältere Dame auf gleiche Höhe, um mich bei Grün überholen zu können. Ich rufe ihr kurz zu, wieso das aus meiner Sicht eine schlechte Idee sei. Wenn sie mich beim Anfahren überholt, denkt der folgende Autofahrende, er könne das auch tun und für mich entsteht so eine gefährliche Situation, weil ich an den Straßenrand gedrängt werde. Im weiteren Gesprächsverlauf ärgerte sie sich über den Abstandspinsel an meinem Fahrrad, der sie zu einem Mindestabstand beim Überholen von 30cm zwingt. Dann sagte sie mir, ich solle doch runter von der Straße und im Wald fahren. Als ich daraufhin in Frage stellte, ob sie überhaupt einen Führerschein haben dürfte, verabschiedete sie sich bei mir mit der Aussage, ich sei ein blödes Arschloch.

12:50 – Es geht eine steile und einspurige Straße hoch. Ich fahre relativ weit rechts, damit man mich überholen kann, falls mal kein Gegenverkehr ist, dabei aber nicht komplett auf die andere Spur rüber muss. Manche halten das leider für eine Einladung, trotz Gegenverkehr zu überholen.

12:55 – Eine andere, schmale Straße den Berg hoch. Ein einzelnes Auto fährt hinter mir. Da sich gerade eine Bushaltebucht anbietet, lasse ich den Autofahrenden vorbei. Kein Dankeschön seinerseits. Ich rufe ihm „Gern geschehen“ hinterher.

12:55 – Selbe Straße, Rechtskurve, bei der die Autos ziemlich schnell den Berg hinunter fahren. Ein ganz schlauer Mensch meint, er müsse mich trotz Gegenverkehr knapp überholen. Hat ihm bestimmt drei Sekunden gespart.

12:56 – Ein Autofahrer hat es ganz eilig den Berg hoch und gestikuliert mir beim Überholen auf den breiten Gehweg, auf dem ich wohl seiner Ansicht nach zu fahren habe. Klar, bei diesem Anblick muss man als asozial denkender Mensch auf diese Idee kommen, schließlich ist der Gehweg fast genauso breit wie die Fahrspur.

13:29 – Auf der Gegenfahrbahn, die stark abschüssig ist, kommt eine Autofahrerin mit ihrem Gefährt bei freier Fahrbahn unvermittelt und ohne Blinker zu setzen zum Stillstand. Der 40ig-Tonner hinter ihr kommt ca. einen Meter hinter ihr schwankend zum Stehen. Die Frau fährt weiter während sich der Lkw-Fahrer sichtlich aufregt.

13:38 – Schmale Fahrbahn, die gleich wegen einer Mittelinsel für Fußgänger noch enger wird. Frau hinter mir fährt bis auf einen Meter auf und hat vermutlich vor, mich gleich zu überholen. Ich schaue sie böse an und fahre demonstrativ in die Mitte der Spur. Zehn Meter später – „ZEEEEHN“ – überholt sie mich gefahrlos und mit genügend Abstand, da aus einer Spur zwei Spuren wurden.

13:40 – Ich fahre an einer Schlange stehender Autos vorbei und teile einem Autofahrer mit, dass sein linkes, hinteres Bremslicht defekt ist; er bedankt sich.

Dann vergeht ganz viel Zeit. Später am Abend fahre ich mit bei der Critical Mass in Pforzheim. Und als ich gegen 22:10 nach Hause fahre, gibt es kaum noch Verkehr und die Fahrt ist super entspannend.

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