Ich habe jetzt einen Lastenanhänger „Croozer Cargo“ für mein Fahrrad – Ein erster detaillierter Bericht

Seit Montag besitze ich einen Lastananhänger oder auch Fahrradanhänger, einen „Croozer Cargo“.

Überlegungen vor dem Kauf

In den vergangenen Monaten habe ich mir immer wieder verschiedene Tests angesehen und die Spezifikationen der verschiedenen Modellen von Lastenanhängern fürs Fahrrad verglichen.

Freigabe für das Fahrrad

Damit man die Garantieansprüche nicht verliert, und auch um sicherzugehen, sollte man sich beim Hersteller erkundigen, ob das Fahrrad überhaupt für einen Anhänger überhaupt zugelassen ist.

Der Händler gab mir eine positive Antwort diesbezüglich und auch in der FAQ des Herstellers ist aufgeführt, dass seit 2017 alle Hardtails für Anhänger zugelassen sind.

Stabile Bodenwanne

Wichtig war mir unter anderem eine dauerhaft stabile Bodenkonstruktion. Bei vielen Anhängern besteht der Boden nur aus einer gespannten Plane, mit mehr oder weniger Streben darunter. Ich kann mir vorstellen, dass so eine Konstruktion auf Dauer ausleihern könnte, vor allem, wenn man öfters schwere Lasten transportiert.

Große Zuladung erlaubt

Der Anhänger erlaubt eine Zuladung von bis zu 40kg. Das ist mehr als bei vielen anderen Modellen in diesem Preisbereich.

Offline beim Fachhändler

Auch war es mir wichtig, den Anhänger nicht online zu bestellen, sondern bei einem lokalen Fachhändler zu kaufen.

Der übernimmt den leichten Aufbau und baut mir auch die Kupplung fachmännisch am Fahrrad an. Letzteres ist zwar eigentlich sehr leicht zu bewerkstelligen, aber falls etwas nicht passt, bin ich dann lieber direkt beim Fachhändler.

Und auch wenn etwas später nicht in Ordnung sein sollte, kann ich direkt beim Fachhändler vorfahren, statt irgendwelche Teile per Post zu versenden.

Ausstattung

StVZO kompatibel

Der Anhänger wird vorne und hinten mit jeweils zwei Rückstrahlern (weiss und rot) ausgeliefert.

Zusätzlich habe ich hinten links noch ein kleines LED-Licht mit Kabelbindern befestigt, sodass auch Fahrten in der Dunkelheit kein Problem sind.

Wimpel

Optional kann man hinten eine Stange mit einem Wimpel befestigen.

Der Wimpel ist oben nur lose draufgesteckt und damit er vom Wind nicht davon getragen wird, habe ich ihn oben und unten mit je einem magischen Kabelbinder befestigt.

Apropos Wimpel, ich würde gerne in Zukunft einen eigenen Wimpel dort dranhängen, am besten mit kaguBe oder seinem Logo drauf.

Wo bekommt man sowas her? Bald ist doch Weihnachten und so…

Ich könnte mir auch vorstellen, irgendetwas reflektierendes an die Stange zu hängen. Mal schauen.

Regenüberzug extra

Die Stoffabdeckung des Anhängers ist nicht dauerhaft wasserdicht, daher habe ich zusätzlich noch als Zubehör einen wasserdichten Überzug gekauft; dieser ist transparent und deckt nur den oberen Bereich der Abdeckung ab und zusätzlich vorne und hinten; nicht jedoch die Seiten des Anhängers.

Die Abdeckung sollte man auch überziehen, wenn es nicht mehr regnet, die Straßen aber noch nass sind. Sonst schleudert nämlich das Hinterrad des Fahrrads den ganzen Dreck von der Straße an die Vorderseite des Anhängers.

Innenausstattung

Der Innenboden ist glatt und deshalb habe ich eine gummierte Matte hineingelegt.

An der einen Seite gibt es Befestigungsmöglichkeiten und an der gegenüberliegenden Seite mehrere Fächer bzw. Taschen.

Faltbar

Die Räder lassen sich einfach abnehmen, indem man die Nabe eindrückt und wieder loslässt. Die obere Abdeckung lässt sich zusammenfalten und am Ende benötigt man nur noch wenig Platz zum Lagern des Anhängers.

Handwagen

Mit dem Zubehör lässt sich der Fahrradanhänger auch zu einem Handwagen umrüsten.

Erste Erfahrungen

Erste Fahrt mit Anhänger

Da ich den Anhänger direkt mit dem Fahrrad abgeholt hatte, war die erste Fahrt damit dann auch der Heimweg. Das heisst erstmal den Berg runter in die Stadt und dann auf der anderen Seite wieder den Berg hoch nach Hause.

In der Ebene merkt man den leeren Anhänger nicht. Es fährt sich sehr angenehm damit.

Bergab fährt es sich auch angenehm, man sollte halt eher langsam fahren und frühzeitiger als sonst bremsen. Diesbezüglich hat es sich wieder einmal bewährt, dass ich vor anderthalb Monaten größere Bremsscheiben montiert habe.

Ich habe alle paar Sekunden in den Rückspiegel links am Lenker geschaut, um zu prüfen, ob der Anhänger noch dran ist.

Bergauf wurde es dann wirklich schwierig; schließlich wiegt der Anhänger inklusive dem gesamten Zubehör ca. 15kg. Und die Strecke den Berg hoch hat es auch in sich. Auf 8km fährt man von 330m Höhe auf 550m Höhe.

Ich musste schon ein bis zwei Gänge herunterschalten, um das Gewicht zu kompensieren. Aber daran werde ich mich sicher gewöhnen. Und schließlich werde ich nicht immer damit herumfahren, sondern nur, wenn ich Dinge zu erledigen habe.

Einkaufen mit Anhänger

Einen Tag später war ich das erste mal mit dem Anhänger einkaufen. Insgesamt wog der Einkauf ca. 25kg, dazu kommen noch 10kg des Anhängers (ohne Zubehör). Ich zog damit ca. 35kg hinter mir her.

Spätestens jetzt merkt man auch in der Ebene das Gewicht und vor allem auch beim Bremsen, dass der Anhänger ordentlich nachschiebt.

Auch merkt man jetzt jede Unebenheit der Fahrbahn, bei der der Anhänger deutlich aus der entsprechenden Richtung zieht.

Die Strecke der Einkaufstour fahre ich auch mit Spikes (aber ohne Anhänger) normalerweise mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 18km/h. Mit Spikes, Anhänger und Einkäufen waren es gestern um die 14km/h.

Das ist schon deutlich langsamer. Man schleicht teilweise über die Straße. Als ich zuhause ankam hatte ich mich gefühlt wie nach einer großen Tour.

Positiv – Überholabstand wird größer

Mir ist aufgefallen, dass mehr Autos länger hinter mir fahren, ehe sie mit mehr Abstand überholen.

Denn obwohl der Anhänger nur ein bisschen breiter ist als mein Lenker insgesamt, überholen Autofahrende mit soviel Abstand, wie sie mich eigentlich immer – auch ohne Anhänger – überholen müssten. Das gefällt mir.

Selbstgeißelung, aber große Hilfe

Fahrrad fahren mit Stollenreifen, Spikes und mit vollem Anhänger; das fühlt sich schon etwas an wie Selbstgeißelung. Wenn ich irgendwann nach dem Winter wieder einmal mit normalen Reifen und ohne Anhänger fahren werde, dann werde ich vermutlich mit quietschenden Reifen starten können…

Wichtiger ist jedoch die Gewissheit, dass ich in Zukunft auch größere Einkäufe damit selbst erledigen kann, ohne auf Hilfe andere Menschen angewiesen zu sein. Oder dass ich auch selbst sperrige Dinge transportieren kann, die sonst nicht in meine Fahrradtaschen passen.

Handhabung

Treppen

Will man den Anhänger Treppenstufen (natürlich ohne Fahrrad) hinaufziehen, dann sollte man das vorwärts tun, hinunter dann rückwärts. Dabei ist es einfacher, wenn die Räder etwas schräg stehen und man erst das eine Rad und dann das andere hochzieht bzw. hinunterfahren lässt. Dann ist nämlich das Gewicht etwas verteilt und das Verfahren ist nicht so ruckartig.

Rückwärts

Während der ersten Fahrt wollte ich, wie sonst auch immer, einfach das Fahrrad nach hinten schieben. Das geht natürlich nicht, denn man muss mit dem Anhänger rangieren.

Fahrrad abstellen

Man kann das Fahrrad nicht mehr einfach irgendwo abstellen, wenn es bergab geht; der Anhänger zieht das Fahrrad immer mit.

Wendekreis

Der Wendekreis ist ziemlich groß, daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Linksherum ist er etwas kleiner als rechtsherum.

Abgesenkter Bordstein

Wenn der Anhänger leer ist, dann sollte man möglichst gerade auf einen abgesenkten Bordstein fahren, weil der Anhänger sonst an der Kante entlang schleift, bis er einigermaßen gerade läuft.

Vorher daran denken, wo man hineinfährt

Nach nur wenigen Tagen überlege ich jetzt schon vorher, ob ich überhaupt erst in eine Einfahrt hineinfahre und wie ich dann wieder herauskomme, wenn ich z. B. jemanden besuchen möchte.

Weitere Informationen zum Anhänger

Alle weiteren Infos zum Croozer Cargo finden sich beim Hersteller, siehe hier.

Die Bedienungsanleitung des Cargo mit noch mehr Informationen gibt es hier.

Fazit

Ich bin bisher absolut zufrieden mit dem Anhänger und kann jetzt alles selbst erledigen, was ich erledigen muss.

Der Croozer Cargo kostet 259€. Es gibt zwar deutlich billigere Anhänger, aber keiner davon hat eine stabile Bodenwanne. Und auch das zuladbare Gewicht ist im Vergleich zu anderen Anhängern in diesem Preisbereich extrem hoch.

Ich kann mir auch gut vorstellen, den Anhänger mit auf Tour zu nehmen. Das werde ich dann nächstes Jahr ausprobieren.

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