Handschuhe fürs Fahrradfahren im Winter – jenseits von 20 Minuten durch die Stadt radeln… + ein paar Tipps

Wenn man auch bei sehr kalten Temperaturen und jenseits vom Schönwetterradfahren in der Sonne noch mit dem Fahrrad fahren möchte/muss, dann braucht man wirklich gute Winterhandschuhe.

Meine Anforderungen an Winterhandschuhe

Ich fahre bei jedem Wetter, außer bei Sturm oder Gewitter. Egal, ob die Sonne scheint, ob es dauerhaft leicht oder stark regnet oder auch bei eisigen Temperaturen, egal ob die Straße frei ist, vereist oder ob Schnee liegt. Dabei fahre ich nicht durch die Stadt sondern fast immer über Land und durch Wälder. Bisher bis „minimal“ -13°C. Kälter war es bisher nicht bei uns. Meist haben meine Fahrten eine reine Fahrtzeit um ca. 1,5 bis zwei Stunden pro Strecke.

Daher brauche ich richtige Winterhandschuhe, und nicht solche, die man als sogenannte „Fahrradhandschuhe für den Winter“ verkauft.

Ich habe mir in der Vergangenheit immer wieder verschiedene Tests von Fahrradmagazinen und auch die angebotenen „Fahrradhandschuhe“ in mehreren Fahrradläden und auch online angeschaut. Die Winterhandschuhe dort sind ausschließlich dünn.

Ich habe einmal solche Handschuhe gekauft und war total enttäuscht, ab 5°C und drunter waren sie nicht mehr zu gebrauchen. Da die anderen Fahrradhandschuhe genauso dünn sind, kann ich mir kaum vorstellen, dass diese warm sein können. Zumindest nicht auf längeren Fahrten (1 Stunde und mehr). Falls jemand andere Erfahrungen hat, lasse ich mich gerne überzeugen. Kaufen würde ich mir solche aber nicht mehr.

Wie aussagekräftig sind solche Tests in Fahrradmagazinen?

Bei manchen dieser Tests werden nur Materialqualität, Tragegefühl und weitere nicht so wichtige Dinge getestet. Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass die Handschuhe aber niemals in der Praxis ausprobiert wurden. Man gibt dann lediglich die Temperaturbereiche der Hersteller an. Witzig ist dann, wenn z. B. ein Handschuh bei dem Test für Winterhandschuhe dabei ist, der einen Temperaturbereich von +5 bis +8 °C hat.

Und wenn die Handschuhe ausprobiert wurden, dann frage ich mich meist, wie das genau getan wurde. Fährt der Tester 20 Minuten lang durch die Winterlandschaft, legt dann sein Fahrrad ins Auto und fährt nach Hause? Zu meinen Anforderungen an einen Winterhandschuhe passt das überhaupt nicht.

Und selbst wenn man den Temperaturbereichen trauen möchte, dann sollte man im Hinterkopf behalten, dass bei einer Außentemperatur von 0°C und einer Geschwindigkeit von 30km/h die tatsächliche Temperatur bei ca -6°C liegt, siehe hierzu Windchill-Effekt.

Vielleicht bin ich zu kälteempfindlich?

Nein, ich bin sicher nicht kälteempfindlich und sitze auch im Winter bei 13°C direkt vor dem offnen Fenster am Rechner.

Ab 12°C wird das Fenster erst geschlossen und kurzzeitig die Heizung angemacht.

Winddicht reicht nicht

Winddichte Stoffe reichen nicht aus. Sie halten zwar den Wind ab, werden bei Regen aber irgendwann durchnässt, sind also nicht wasserdicht.

Wasserdicht, atmungsaktiv und eher Skihandschuhe

Aufgrund der oben beschriebenen Erfahrungen habe ich es aufgegeben, gute Winterhandschuhe im Fahrradladen zu finden. Ich verwende wasserdichte und zugleich atmungsaktive Handschuhe, die eigentlich im Alpinbereich genutzt werden.

Solche Handschuhe sind innen gefüttert. Dadurch sind sie dicker und man greift beim Schalten und Bremsen anders, aber es immer noch gut genug, jedenfalls besser als mit eingefrohrenen Händen.

Beim Kauf musste ich mich schnell entscheiden zwischen einem Paar Fingerhandschuhe oder einem Paar Fäustlinge, die beide im Angebot waren.

Ich habe damals die Fingerhandschuhe genommen, heute würde ich aber die Fäustlinge bevorzugen, weil sie noch einen Ticken wärmer sind als Erstgenannte.

Details zu den von mir verwendeten Handschuhen gibt es in meinem Wiki, siehe hier.

Nicht von innen nass werden lassen

Auch wenn gute Handschuhe kein Wasser von außen hineinlassen und trotzdem atmungsaktiv sind, werden sie mit der Zeit von innen Nass. Dann hat man zum einen das Problem, dass man sie nur noch schlecht anziehen kann und zum anderen, dass die nassen Handschuhe kälter werden.

Um das Problem zu lösen nutze ich erst seit Kurzem einen Trick, den ich aus einem Wander-Video habe. Man benutzt als unterste Schicht einen wasserdichten und dünnen Innenhandschuh. Das klingt erstmal unangenehm, ist in der Praxis aber angenehmer als kalte Hände. Auch bei langen Strecken bleibt der Überhandschuh innen immer trocken.

Passt…

Mit diesem Setup lässt es sich auch stundenlang durch den Winter radeln.

Wer hat Erfahrungen?

Es würde mich freuen, von anderen Menschen zu erfahren, womit sie im Winter gute Erfahrungen gemacht haben. Da hier im Blog keine Kommentare aktiviert sind, bitte über Twitter oder sonstwo melden. Danke.

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