Reisebericht – Vom Schwarzwald nach Köln – Der erste Tag

Die „Reise“ selbst hat bereits im August 2016 stattgefunden, aber für meine Erinnerung möchte ich trotzdem all das aufschreiben, was mir aktuell noch dazu einfällt – und das sind sehr viele Details. Und auch alles was ich aus den per OsmAnd aufgezeichneten GPX-Tracks und den wenigen Fotos herleiten kann.

Von Anfang an

Das ist meine erste Radreise überhaupt; bisher hatte ich mich nur auf Eintagestouren bis maximal 130 km Strecke gewagt.

Gegen ca. 07:00 Uhr fahre ich an einem Samstag von zuhause los. Es ist noch ziemlich kalt und es geht erst einmal den Berg runter in die Stadt. Dort angekommen, setze ich mich auf eine Bank und überlege, ob ich die Reise wirklich antreten soll, oder ob ich einfach wieder nach Hause fahre.

Dass ich gerade heute losfahre, ist mehr oder weniger spontan. Nach mehrwöchiger Vorbereitungszeit ist erst vor zwei Tagen das letzte benötigte Zubehörteil angekommen.

Wenn ich jetzt nicht losfahre, dann werde ich immer wieder Gründe für ein Aufschieben finden und letztlich niemals fahren.

Jetzt aber wirklich …

Also los gehts :)

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kaguBe in einem Busch

Zum Abschied noch ein paar Fotos:

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Weststadt von Pforzheim vom Hachelturm aus …

Ich fahre ziemlich flott ausschließlich Landstraßen und schon bald komme ich im Rheintal an und sehe etwas, das ich seit Jahren gar nicht mehr kenne. Flachland, soweit man sehen kann, na ja, bis auf die Hügel auf der anderen Seite des Tals Richtung Frankreich.

Laufrad kaputt (?)

Nach ca. 50 km fällt mir an den Pedalen auf, dass diese ab einer bestimmten Geschwindigkeit ziemlich stark links/rechts ausschlagen. Ich vermute, dass das schwere Gepäck daran Schuld haben könnte. Auf einem Parkplatz schaue ich später nach, ob das Rad eine Unwucht hat, da ich heute unsanft durch ein Schlagloch gefahren bin.

Um unterwegs den Reifen zentrieren zu können, sind links und rechts an den Streben Kabelbinder befestigt. An diesen lässt sich kein Achter erkennen.

Ich überlege wieder, ob ich nicht doch umkehren soll, wenn ich bereits jetzt Probleme mit der „Technik“ habe.

Nichts da, weiter gehts!

Mittagessen

In Oberhausen sehe ich einen Dönerladen und entscheide mich für ein vorzeitiges Mittagessen zum Mitnehmen. Ich könnte auch vor Ort essen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, weiterfahren zu wollen und fahre bis Rheinhausen weiter.

Rheinfähre

Am Ende des Dorfes angekommen realisiere ich zum ersten Mal bei der Benutzung von OsmAnd überhaupt, dass es Sinn gehabt hätte den Haken bei „Fähren vermeiden“ zu setzen, denn ich stehe am Rheinufer und eine Fähre ist dabei, gleich abzulegen. Ich frage den Fährmann und er bestätigt mir, dass diese Fähre die einzige Möglichkeit ist, auf die andere Seite zu kommen. Ein paar Euro kostet die Überfahrt für mich und mein Fahrrad.

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Fähre über den Rhein bei Rheinhausen

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Und hier noch ein kurzes Video von der Überfahrt:

(Direktlink)

Meine erste Fahrt mit einer Fähre. Auf der anderen Rheinseite mache ich eine Pause und genieße am Rheinufer mein Mittagessen.

Ich sehe immer wieder niedrig fliegende Kleinflugzeuge.

Speyer

Kurz darauf fahre ich am Flugplatz bei Speyer vorbei und sehe noch mehr Flugzeuge beim Start. Ich fahre weiter durch das hässlichste Industriegebiet, das ich je gesehen habe und wundere mich sehr, ob das wirklich Speyer sein soll. Eigentlich hatte ich erwartet, dass das eine schöne Stadt wäre.

In der Innenstadt angekommen setze ich mich auf eine Bank und bin total fertig. Innerhalb von nur ca. 4 Stunden habe ich 65 km geschafft. Doch die Strecke war zu lang und vor allem bin ich zu schnell gefahren. Ich überlege wieder, ob ich nicht doch zurückfahre; noch wäre es möglich.

Mittlerweile ist es heiß geworden. Ich sitze übrigens am Domplatz, hinter mir steht der „Dom zu Speyer“ und vor mir das „Historische Museum der Pfalz„, aber Sightseeing interessiert mich generell nicht.

Nach einer halben Stunde fahre ich weiter in Richtung Biblis, das sind noch ca. 60 km.

Schöner Turm in „Mutterstadt“

Nach ein paar weiteren Kilometern fahre ich durch Mutterstadt und mir fällt ein schöner bunter Wasserturm auf. Der sieht fantastisch aus mit dem blauen und leicht bewölkten Himmel darüber.

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Wasserturm in Mutterstadt

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Worms

Nach ca. acht Stunden und 104 Kilometern komme ich ziemlich erschöpft in Worms an. Es ist verdammt heiß und ich müsste essen, um nicht gleich umzufallen.

Ich bin an mehreren großen Läden vorbeigefahren aber einkaufen mit vollem Gepäck ist sehr umständlich. Man muss alles vom Rad nehmen und dann alle Packtaschen durch den Laden schleppen oder im Einkaufswagen mitnehmen. Das Ab- und Aufladen dauert immer extrem lange und so verschiebe ich Einkäufe gerne auf später.

Sinnvoll war das heute nicht. In Worms bin ich an den falschen Ecken unterwegs und finde keinen Schnellimbiss oder etwas Vergleichbares.

Also setze ich mich wieder auf den Gehsteig neben mein Fahrrad, lege mich auch kurz hin und esse etwas Obst. Ich habe Kopfschmerzen und würde gerne direkt einschlafen.

Nach ein paar Minuten steige ich wieder auf mein Fahrrad und mache mich auf in Richtung Campingplatz, es ist nicht mehr weit.

Mittlerweile ist selbst das Treten auf ebener Strecke sehr anstrengend geworden.

Daher mache ich an der Brücke bei Worms über den Rhein wieder eine kurze Pause. Auch hier lege ich mich auf den großen Vorplatz.

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Brücke über den Rhein von Worms aus gesehen

Von hier aus sind es noch wenige Kilometer bis zum Campingplatz in Wattenheim bei Biblis.

Nur noch wenige Kilometer vor dem Campingplatz spreche ich einen Menschen an, der gerade vor seinem Haus steht und mit einem Schlauch irgendwas sauber macht und bitte ihn, ob er nicht noch ein bisschen Obst für mich hat. Er geht ins Haus und bringt mir mehrere reife Bananen :) Das gibt wieder etwas Energie für den Rest der Strecke.

Campingplatz

Am Campingplatz angekommen, werde ich freundlich begrüßt und kurz über den Platz geführt. Dann baue ich mein Zelt auf, bitte zwei Dauercamper darum, einen Blick auf meine Sachen zu werfen während ich weg bin. Dann fahre ich nach Biblis, um für heute Abend, es ist Samstag, und für den Sonntag einzukaufen.

Als ich vom Einkauf zurückkomme ist es ca. 19:00 Uhr. Vor der Reise hatte ich mir vorgenommen, abends immer ein richtiges Abendessen zuzubereiten, aber das erspare ich mir. Denn ich bin zu müde und begnüge mich deshalb mit ungesunder Kost aus dem Supermarkt. Am liebsten würde ich direkt vor dem Zelt auf der Isomatte einschlafen.

121 km bin ich heute gefahren in 11 Stunden (inklusive Pausen).

Ich schaue mir aber noch kurz mein Fahrrad an und bemerke, dass mindestens 5 Speichen ganz locker sind. Das war also der Grund für das Wabbeln des Fahrrads.

Mit einem Speichenschlüssel und ein bisschen Übung kann ich die Speichen festziehen, ohne einen Achter zu produzieren. Es bleiben Bedenken, ob sie sich wieder lösen können. Mich wundert, dass trotz loser Speichen das Laufrad bei der Kontrolle heute mittag immer noch zentriert war.

Schwimmen

Nachdem das Rad versorgt und im Zelt alles gerichtet ist, gehe ich noch für wenige Minuten im See schwimmen. Es ist schon dunkel und der See ist nur 20 Meter von meinem Zelt entfernt.

Der See ist ungewöhnlich für mich, da ich sonst immer im Hallenbad schwimme. Ich habe Bedenken mit Bewohnern des Sees konfrontiert zu werden. Ein bisschen unheimlich. Daher schwimme ich nur wenige Minuten. Interessant finde ich, dass sich das Wasser wärmer anfühlt als das, was ich von einem der Freibäder zuhause kenne.

Gute Nacht

Danach duschen und schlafen. Trotz Ohrstöpsel habe ich noch einige Zeit die feiernde Gesellschaft am anderen Ufer des Sees vernommen, dann wurde es ruhig …

Hier geht es zum Bericht des zweiten Tages der Radreise…

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