Kleines ThinkPad als dauerhafter Ersatz für meinen alten Desktop-PC :)

Habe vor ein paar Wochen meinen schon etwas betagten Desktop-PC durch gebrauchten, aber immer noch ca. ein Jahr jüngeren Laptop ersetzt.

Es ist ein Lenovo ThinkPad x201.

Innere Werte

Der Prozessor ist ein Intel Core i5 520M mit 2,40 GHz und Turbo-Modus bis zu 2,933 GHz, zwei Cores und Hyper-Threading. Alle weiteren Details siehe hier.

Das Gerät verfügt über 8 GiB Arbeitsspeicher, eine 1 TB Festplatte (keine SSD) und ein 12,1 Zoll Display mit einer Auflösung von 1280×800 Pixeln.

Beim Display war ich mir anfangs wirklich unsicher, aber KDE SC ist selbst bei so einer kleinen Auflösung immer noch gut nutzbar, auch für Kontact, Browser usw.

Hier der aktuelle Desktop:

kde_sc_1280x800_desktop
Das verwendete Hintergrundbild gibt es unter https://blog.natenom.com/2013/06/fotografie-garten/ …

Meist aktiviere ich den externen Monitor nur selten zum Ansehen eines Films.

Ausserdem gibt es ein Touchpad, das bei dieser Modellreihe optional ist, eine integrierte Webcam, ein Analogmodem, diverse Schnittstellen und einen SDCard-Reader und Gigabit Ethernet, jedoch kein USB 3.0.

Mobilität

Beim Akku hatte ich anscheinend Glück, denn das Gerät wurde mit einem 9-Zellen-Akku geliefert, der nach hinten herausragt. Die verbliebene Kapazität liegt noch bei 89 Prozent der Originalkapazität.

Habe keinen expliziten Laufzeittest gemacht, aber das Gerät hielt bis jetzt beim normalen Arbeiten, Musikhören und WLAN mindestens immer 3 Stunden durch; länger benötigte ich das bisher nicht.

Das Gerät wiegt mit dem großen Akku ca. 1,45 kg und man kann es somit und auch aufgrund der Größe gut im Rucksack verstauen und auch lange mit sich herumtragen :)

Dank der UMTS-Karte (Gobi 2000) kann man unterwegs arbeiten und auch GPS lässt sich damit nutzen.

AES-NI und Verschlüsselung

Zu meinem Erstaunen ist der Laptop trotz 2,5 gegen 3,5 Zoll Platte und Dualcore gegen Quadcore des alten PCs auf meinem Laptop schneller bei Festplattenzugriffen, obwohl beide Systeme voll verschlüsselte Festplatten nutzen. Dies liegt daran, dass die Intel-CPU des ThinPads AES-NI unterstützt, sodass die Verschlüsselung der Platte ca. um Faktor 10 schneller arbeitet als beim alten Desktop-PC.

Ein reines CPU-Benchmark bezüglich der Verschlüsselungsgeschwindigkeit lässt sich auf einem Linux-System mit folgendem Kommando ausführen:

cryptsetup benchmark

In meinem Fall z. B.:

# Tests are approximate using memory only (no storage IO).
PBKDF2-sha1       600558 iterations per second
PBKDF2-sha256     414129 iterations per second
PBKDF2-sha512     284939 iterations per second
PBKDF2-ripemd160  391259 iterations per second
PBKDF2-whirlpool  126030 iterations per second
#  Algorithm | Key |  Encryption |  Decryption
aes-cbc   128b   469,7 MiB/s  1140,8 MiB/s
serpent-cbc   128b    38,9 MiB/s   182,0 MiB/s
twofish-cbc   128b   100,7 MiB/s   152,2 MiB/s
aes-cbc   256b   356,6 MiB/s   889,6 MiB/s
serpent-cbc   256b    45,8 MiB/s   188,7 MiB/s
twofish-cbc   256b   112,9 MiB/s   152,5 MiB/s
aes-xts   256b  1014,5 MiB/s   952,4 MiB/s
serpent-xts   256b   163,8 MiB/s   171,9 MiB/s
twofish-xts   256b   142,1 MiB/s   141,9 MiB/s
aes-xts   512b   834,9 MiB/s   825,0 MiB/s
serpent-xts   512b   162,0 MiB/s   166,5 MiB/s
twofish-xts   512b   137,2 MiB/s   139,2 MiB/s

Dockingstation

Wer sich irgendwann einen Laptop holen möchte, dem kann ich eine Dockingstation absolut empfehlen.

In meinem Fall (X200 Ultrabase) sind alle benötigten Geräte daran angeschlossen und man kann den Laptop im laufenden Betrieb draufsetzen oder entfernen.

Dank PulseAudio wird der Ton entsprechend der Konfiguration automatisch von der externen Soundkarte auf die interne umgeleitet und umgekehrt.

Angeschlossen sind auch eine richtige Maus und eine mechanische Tastatur.

Zuhause macht es also keinen Unterschied, ob man am Laptop arbeitet oder an einem großen Desktop-PC.

Mittels TLP lässt sich das System z. B. so einrichten, dass beim deaktivieren der LAN-Verbindung automatisch WLAN angeht oder beim Deaktivieren von WLAN das UMTS-Modem aktiviert wird, usw.

Grafik

An der Dockingstation lassen sich laut Anleitung 2 Monitore betreiben, einer über die VGA-Schnittstelle und ein zweiter über den DisplayPort; dabei wird der Laptop-Monitor allerdings deaktiviert.

Für den DisplayPort gibt es für ein paar Euros einen Adapter auf DVI.

Habe bisher nur einen Full-HD-Monitor mit diesem Adapter angeschlossen und selbst bei Full-HD-Filmen reicht die Geschwindigkeit der Grafikkarte vollkommen aus; zum Spielen kann man sie jedoch vergessen, zumindest für Minecraft (8 bis 20 FPS bei Tekkit Classic mit minimalen Grafikeinstellungen) :P

Verbrauch

Mein alter Desktop-PC hat ohne Monitor nach Ausbau der zusätzlichen Grafikkarte immer noch ca. 70 Watt im Leerlauf verbraten. Der Laptop gibt sich hier im Leerlauf am Netzteil und ohne den Akku zu laden laut Messgerät mit 26-28 Watt zufrieden, bei 90 Prozent Displayhelligkeit.

Standby und Hibernate

Beides funktioniert mit ArchLinux out-of-the-box bei einem Standardsystem und bei Vollverschlüssselung nach entsprechender Konfiguration einwandfrei, sowohl mit als auch ohne Dockingstation.

Notizen, Hinweise, Probleme…

Habe sämtliche Notizen, die bei der Installation/Einrichtung angefallen sind, im Wiki  hinterlegt; hier die technischen Daten und hier die Einrichtung von ArchLinux. Dort sind auch ein paar Scripte hinterlegt, die für meine Konfiguration notwendig sind und Links zu Anleitungen, auch für die Einrichtung der UMTS-Karte, TLP und weiteren ThinkPad-typischen Dingen.

Fazit

Da ich nicht so viel Leistung benötige und lieber ein mobiles Gerät habe bin ich seit wenigen Wochen absolut zufrieden mit dem ThinkPad. Er sieht aus wie neu und  ist ThinkPad-typisch einfach schön :)

Der Preis bewegt sich um die 200 bis 250 Euro für so ein Gerät, ohne Aufrüstung des RAMs und ohne Dockingstation.

Vielen Dank zum einen an die Person, die mir das Modell und den Händler empfohlen hat und auch an die anderen Personen, mit denen ich mich stundenlang darüber unterhalten habe, welches Gerät denn weshalb besser ist, etc., etc. :)

Seit ich den Laptop nutze, steht der Desktop-PC übrigens in der Ecke und ist auch gar nicht mehr angeschlossen.

Passt.

PS: Der Desktop auf dem Artikelbild oben wurde eingegimpt…

Kleines ThinkPad als dauerhafter Ersatz für meinen alten Desktop-PC :)

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3 Gedanken zu „Kleines ThinkPad als dauerhafter Ersatz für meinen alten Desktop-PC :)“

  1. Hi,

    könntest Du mir bitte mal das Ergebnis von cryptsetup benchmark zukommen lassen? Überlege aktuell mein ThinkPad auf oben erwähnte CPU upzugraden, um von den AES-NI Instructions profitieren zu können :)

    Danke & Gruß
    Philipp

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